Archiv der Kategorie: Zurückgeschaut

Zurückgeschaut 7

GEWESEN: In der Hauptstadt, einmal mehr. Beziehungsweise nah dran, nämlich hier.
GESCHENKT: Eigentlich am liebsten Bücher, zum Beispiel für den grossen Mann „Apeirogon“, für einen der kleineren jenes über die Expedition Polarstern. Drauf gekommen bin ich beim Hören eines spannendes Podcasts mit der Mitteilnehmerin der Expedition und Autorin des Buches, Katharina Weiss-Tuider. Ein Jugendbuch, das auch ich lesen werde.
GEÄRGERT: Über einen mehr als unfreundlichen DHL-Chauffeur, der das Paket mit dem schönen Leinen im Dorf in einer Bäckerei abgeben wollte, ich könne es ja dort holen, was so etwa 4-5 km weit weg wäre. Nachdem ich diesen Vorschlag ablehnte, musste ich ihn telefonisch lotsen, er unter Fluchen, ich ruhig bleibend. Irgendwann meinte er, jetzt gehe ihm bzw. dem Fahrzeug der Diesel aus, was definitiv er versäumt hat. Irgendwann drückte er das Paket einer Nachbarin in die Hand, verschwand ohne Gruss und ohne Dank. Ja, ich hab mich beschwert. Nützen wird es kaum.
Und über den Fehler im Mohair-Pulli-Ärmel. Uff, versuch mal, Mohair aufzutrennen, dazu noch mit Ab- oder Zunahmen dazwischen. Zurück auf Feld eins.
GEKAUFT: Eben den schönen Bio-Leinen, fadengefärbt. Es musste noch eine zweite Japanschürze her, anderes Modell, Schnittmuster selbst gemacht.
GEMERKT: Verstehen geht bei mir über die konkrete Anwendung. Ich weiss nicht, ob die Anleitungen gelegentlich von Robotern geschrieben werden, für mich bleiben sie sehr oft abstrakt, nicht nachvollziehbar. Überlegen, ausprobieren, machen klappt besser.
GEBACKEN: Kürbisbrötchen aus diesem Buch. Optisch schön, geschmacklich erinnern sie an Zopfgebäcke.
GERÄUMT: Die Unterlagen aller Kursangebote. Eine Begegnung mit einer vergangenen (guten) Zeit. Ich fand Namen und Notizen, zu denen ich nichts abrufen konnte. Und umgekehrt. Befreiend und emotional aufwühlend. Ein Stück Leben. Die vielen Arbeitsbücher erleichtern vielleicht der einen oder dem anderen den Schreiballtag.
GETRÄUMT: Wirklich: ich träumte, C sei endgültig vorbei. Im Traum lebte ich irgendwo in einem Blockhaus, betrieb mit anderen Frauen ein Café und hatte einen Uraltcomputer der ersten Generation, auf dem die Menschen ihre abschliessenden Testresultate erfragten. Hoffentlich ein wegweisender Traum…
GEHÖRT: EInen interessanten Vortrag über Psychoneuroimmunologie mit Prof. Dr. Dr. Christian Schubert. Schubert zeigt z.b. den Einfluss von Angst, Traumata, sozialen Einflüssen etc. auf unser Immunsystem. In seinem neuen Buch plädiert er für eine neue, andere Medizin. Menschlich, engagiert und mutig.
GEGESSEN: vom selbstgetriebenen Chicoree… und er wächst und wächst.

Zurückgeschaut 7

Ein weiteres Jahr ist in wenigen Stunden Vergangenheit. Zeit also, nochmals kurz zurückzublicken und allen Leser*innen einen guten Übergang, Lebensfreude, Mut und Klarheit zu wünschen. Möge uns allen das neue Jahr wohlgesonnen sein…


GEHÖRT: Verschiedenste Podcasts – eine geniale Erfindung – ich mag diese Infogefässe sehr, meist begleiten sie kreativ-handwerkliches Tun oder die eine oder andere weniger geliebte Haustätigkeit. Vom Inhalt her hat mich ein youtube-Vortrag beeindruckt: Prof. Dr. Joachim Bauer spricht über das von ihm erforschte Empathie-Gen. Zentrale Punkte sind die in uns angelegte Güte und Menschlichkeit – so sie denn „aufleben“ dürfen. In seinen Studien und im eben erschienenen Buch legt Prof. Bauer dar, dass der Mensch kein von Gier und Egoismus getriebenes Wesen ist – vorausgesetzt ist die Grund“nährung“ des Menschleins… absolut hörenswert!
Die Musik diesmal von Enzo Avitabile, Soul- und Weltmusiker aus Neapel, singt meistens im neapolitanischen Dialekt, oft mit anderen Musikern zusammen. Gefällt. Sehr. Seine Texte sind sozialkritisch, betreffen nicht nur „Napule“ und sind verpackt in gute Musik.
GEFREUT: Oft. Beispiele gefällig? Zwei Einladungen vor den Festtagen, an denen das ungute omnipräsente Thema während eines ganzen Abends inexistent war und auch kein Impfstatus-Diskurs stattfand. Ähnlich die Weihnachtsfeier im Familienkontext, friedlich und unkompliziert. Weiter freut(e) mich ein Freiwilligeneinsatz auf Augenhöhe, die (leider vergangene) vorweihnachtliche Schneestimmung u.v.m.
GENÄHT: eine japanische Kreuzschürze aus dunkelgrauem Bio-Leinen. Viel Flow, viel gelernt, ich Nähanfängerin. Küchentischpsychologisch: Handarbeitstrauma aus der Schulzeit aufarbeiten und verorten. Tztztz: die Lehrerin liess uns 13-Jährige Babyjäckchen stricken oder einen Pfulmen mit handgemachten sprich schwarzgeschwitzten Knopflöchern sticheln. Wie bin ich froh, dass meine Enkel einen Hoodie in Wunschfarbe oder eine Laptophülle machen können.
GELESEN: Kwame Anthony Appiah, Philosophie-Professor an der New York University, analysiert am Beispiel von Ghana, Nigeria und Namibia:
“Die andere Seite des Virus”.
GENOMMEN: B12, neben den anderen Vitaminen und gestaunt, was sich da ganz neu anfühlen kann…
GETRÄUMT: Von Efeu. Die positiven Zuschreibungen auf einschlägigen Seiten sind ja nett (Zuneigung, Unsterblichkeit, Wiedergeburt…) doch für mich war die Sehklarheit beeindruckender. Ok. – einer wächst mir ja fast ins Haus…und taggeträumt von einer Reise im Frühjahr…
GESEHEN: Etwa zehn verschiedene Vögel an den diversen Futterstellen. Einmal drei Buntspechte miteinander, dann einen schwarzen alleine. Der ornithologische bewanderte Mitmensch hat neben den Sämereien und Nüssen sogar Mehlwürmer besorgt. Die Zaunkönigin soll sie mögen. Vom Eichelhäher hätte ich gerne eine blaue Feder. Vögel beobachten ist Herznahrung.
Cinema ist im Moment fast ausschliesslich Homekino, sprich Beamer und Molton. Wir sahen von Gianni Amelio „l’intrepido“ – eine Art italienisches Märchen.
GEGESSEN: u.a. Agrumen von hier, Timilia-Spaghetti von hier
GEBACKEN: den ersten Panettone. Optisch und geschmacklich top. Bei der Fluffligkeit besteht noch Luft nach oben.
GEBLÄTTERT: in den neuen Samenkatalogen von Zollinger und sativa.
GEÄRGERT: Wenn ein unter dem Label „nachhaltig“ geführter Shop völlig selbstverständlich/unkritisch Thermoskannen aus China anbietet. Echt jetzt. Wie sagte doch der scheidende Dählhölzli-Leiter Bernd Schildger (er versteckt sich hinter dem Beitragsbild) kürzlich in einem Interview: „nachhaltig“ ist ein Plastikwort.

Zurückgeschaut 5


GEWESEN: Im fast unbekannten Wallis bei fast durchwegs sonnigem Wetter. Unter anderem zusammen mit den Jungs auf freie Sicht zum Matterhorn gewartet, 65 Prozent-Erfolg:-).
GEFREUT: über die vielen Insekten z.B. am Dost. Als ich dieses Summen vor Jahren zum erstenmal hörte, glaubte ich, ein Bienenschwarm sei gelandet. Schwalbenschwanz, Kaisermantel und Bläuling waren grad auch vor Ort. Die Kamera nicht.
Neuartige Freuden entstehen durch den Welpen der Tochterfamilie.
Seit diesem Jahr sind wir im „Zucchettischwemme-Forum“ zugelassen. Wir können mitreden. Es geht soweit, dass ich heute rohe Zucchettispaghetti produzierte. Kann frau essen.
Vorfreude auf den Stickkurs. Diese Technik hat mich in der Abschiedszeit einer nahen Person auf eine besondere Art getröstet. Ruhig, fast meditativ verbinden sich Grundlage, Faden, Gedanke, meine Hand erschafft eine Oberfläche, überzieht Stoff oder Papier. Die Farben und Strukturen der Garne haben eine hohe Sinnlichkeit, sie laden ein zur sanften Berührung, schaffen Wege zwischen zwei Punkten, legen sich schief, werden aufgelöst, neu verortet wie eine Erinnerung, ich sehe den Sonntagstisch mit der gestickten Decke, weiss erst jetzt, wieviel Zeit in den rankenden Blumen festgehalten ist wo doch unsere so gestundet ist. Einen Trägerstoff und Fäden verbinden, keinem unmittelbaren Zwecke dienend, aus Freude oder weil die Fäden auch eine schwer beschreibbare Sehnsucht stillen, vielleicht etwas Ruhe geben in der überhitzten, fragmentierten und zunehmend beängstigenden Welt.
GEÄRGERT: Die SBB zieht zig fast leere 1. Klass-Wagen durchs Land, während frau die Fahrt ZH-Bern im Gang auf der Treppe abhockt. An die abartige Kühlung der Züge hab ich mich gewöhnt, bzw. immer Schal und Jacke dabei.
Weiterer Ärger durch die Gartenmäuse (Taglilie fertig gemacht), den fast gänzlichen Ausfall der Beeren im Garten und die braunen Schleimer.
GEGESSEN: Die ersten eigenen Buschbohnen. Wurde ja Zeit. Reicht grad, um anschliessend die Herbst-Wintersalate zu setzen. Raue Lagen! Wenn das Wachstum der Kürbissblattmasse in irgend einem Verhältnis zum Ertrag stehen sollte, ist die Freude einseitig. Der Gärtner legt ein seltsames Verhalten an den Tag: pflegt sie, mag sie aber nicht.
GEFEHLT: Sommerliche Sternennächte. Laue Abende. Sommer überhaupt.
GEHÖRT: Ein Interview mit Ariane Zappe über die Symbiose von Schul- und Komplementärmedizin, über Keime, Bakterien und Viren.