Archiv der Kategorie: Tiere

Nahaufnahmen

In Tagen, in denen frau völlig ausfransen könnte ob all den Meldungen, Eindrücken, Befürchtungen, Mutmassungen, Ängsten und wenig Hoffnungsvollem (welches Departement ist für Hoffnung zuständig?) – nun, an solchen Tagen Bilder ohne weitere Worte.

Dieses Bild hat eine Nachgeschichte, die Rehfreundin wartet noch auf eine Antwort…

Trotz-dem zum Vierundzwanzigsten

Vor wenigen Tagen, es war in der Mitte des Nachmittags, trat die Gärtnerin aus dem Haus. Zwei Meter vor ihr stand ein Reh. Beide erschraken und blieben für eben diese Schrecksekunde wie angewurzelt stehen. Dann machte sich das Reh davon, quer durch den Garten. Dazu ist zu sagen, das Rehe Lieblingstiere der Gärtnerin sind. So unerwartet. So nah.
Die Sache hat eine Kehrseite. Bereits Tage zuvor hatte sie sich über am Boden liegende, halbierte Tulpenblätter gewundert. An den Specht, der das am Haus befestigte Wildbienenhotel ausnimmt und dabei alle Röhrchen kreuz und quer herumliegen lässt, hat sie sich gewöhnt. Aber Tulpenblätter..?! Die aufgefundenen Losungen bewiesen, dass das Reh bereits öfters im Garten gewesen war. Und ein Kontrollblick in den Blumentrog neben der Eingangstüre zeigte, woher die Tulpenblätter stammten. Rehe scheinen knackige Tulpenblütenknospen zu mögen. Genau so wie vor einigen Jahren Rosenknospen und Lattiche.
Zeit, dass die Gärtner „markieren“ …

Mondvogel

Zurück – für kurz oder lang – wer weiss das schon, nach langer Abwesenheit, in der auch das Passwort für den Einstieg zwischen die Ritzen gefallen ist… seit Anbeginn dieser Notizen schwankend, was Sinn macht und was lediglich Zeit frisst und doch ab und zu auch erfreut, weil das eine oder andere auf diese Weise festgehalten und nochmals lesbar ist.
Im Garten des Wunderns und der täglichen Dankbarkeit ist dieser Falter aufgefallen, bis dato unbekannt. Das Netz bietet hier gute Dienste, es ist ein Mondvogel aus der Familie der Zahnspinner. https://de.wikipedia.org/wiki/Mondvogel
Ihn zu bestimmen erinnerte die Gärtnerin an ihr einstiges Vorhaben (zugegeben: etwas spleenig): sie träumte davon, eine Art Pflanzenkataster zu erstellen und dabei alle auf dem ihr zur Verfügung stehenden Grundstück wachsenden Pflanzen zu erfassen und in die „botanische Ordnung“ zu stellen. Die Betrachtung eines winzigen Ausschnitts zeigt etwas von den Dimensionen, die ein solches Vorhaben annehmen würde. Die Idee dazu entstand einerseits aus der Motivation, alle Pflanzen zu kennen, sie richtig benennen und einordnen zu können, andererseits auch aus dem Staunen über die Vielfalt. Während viele Landschaften einfach ausgeräumt sind, ist hier ein wunderbarer Gartenkosmos entstanden, ein Ort, an dem sich Viele und Vieles wohlfühlt. Pflanzen, Tiere und Menschen.
Vermutlich wird anderes dringlicher sein als dieses Wunschvorhaben. Ganz aufgegeben ist es (noch) nicht.

 

Schneebesuch(er)

Der erste Besucher an diesem winterlich wirkenden Samstagmorgen, an dem die ARGA-Menschen länger als sonst am Frühstückstisch sitzen bleiben, ist Herr Reineke junior. Er wähnt sich völlig unbeobachtet und wälzt sich im Puderzuckerschnee, bevor er rund ums Lärchenhäuschen rast. Er weckt Erinnerungen an jenen Artgenossen in der Toskana, der jeweils neben den Gartentisch kam, an dem die Ferienleute sassen und assen. Kulturfolger – wie die Stadtfüchse oder die Krähen… Dass hier keine Jagdflinte steht, kann er nicht wissen…

Das Bild ist unscharf, Überwachungskamerabilder halt…

Eigentlich…

wartet ja „Nordwärts Teil 3“ auf seine Fertigstellung, doch heute erwies SIE der schreibenden Gärtnerin ihre Referenz. Eine Kreuzspinne (davon gibt es ganz viele Sorten), alle spinnen die so genannten Radnetze und werden deshalb auch Radnetzspinnen genannt. Als Spinnenfan würde sich die Schreibende nicht bezeichnen, doch sie lebt in friedlicher Koexistenz mit Mama Weberknecht und ihrer Sippe, wohlwissend, dass dies für Andere Grund zur Flucht wäre. Der Biss einer Kreuzspinne sei unangenehm aber „unrelevant“, so weit soll es nun doch nicht kommen…

Besuch: so oder so

Seine Anwesenheit auf den Karden, deren Höhe das der 173,5 cm grossen Schreiberin (fünf cm sind den zunehmenden Jahresringen geschuldet…) übertrifft, freut: Ein Admiral, pazifistisch, versteht sich und Hummeln in grosser Zahl. Beide scheinen genau wie Distelfinken eben diese stachligen Gewächse zu lieben. Andere Besucher hingegen machen sich grad etwas unbeliebt, allen voran ein Tier, das in der Beliebtheitsskala der Hügelbewohnerin einen Spitzenplatz einnimmt (einnahm??): Herr Rehbock jun. Ihm fiel in einer der lauen Nächte nichts Schlaueres ein, als fremde, lange gehegte Kletterrosen einfach abzufressen, ebenso eine Taglilien-Pflanze (neue Sorte der Sativa, letztes Jahr gepflanzt…) sowie – und das ist die Tat, welche die Liebe um einige Grade kühlt – wenn auch vorübergehend, wie es mit der Liebe ja oft so geht – also der freche, pubertierende und asymetrisch gehornte Paarhufer frass hemmungslos alle Seerosenblätter aus dem Wassertrog. Unglaublich, am Tag darauf äugte er ohne sich zu schämen vom Garten her in die Küche der Schreiberin (welche das nicht wahrnahm der es aber später rapportiert wurde) und in der Folgenacht besass er die Dreistigkeit, ein über den Wassertrog gelegtes Gitter zu verschieben um eine weitere Wasserpflanze zu fressen. Menschenhaare müssten ausgelegt werden oder getragene Socken, wird einem empfohlen. Zwischen den verbliebenen Rosenzweigen liegt nun ein getragenes Kleidungsstück, Haare lassen geht nicht, weil sie eh schon kurz getragen werden… Frida die Hügelkatze taugt nicht als Pflanzenschutzkatze, eine Rehscheuche muss her, sehr bald!
Die zweite Garnitur der eher unerwünschten Besucher sieht so aus:

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Zu was sich diese Raupen entpuppen, weiss die Gärtnerin nicht – weil die Kapuzinerkresse doch recht üppig schiesst, wird ihnen der Frass vorläufig  zugestanden. Weniger erwünscht sind die lästig grünen, fast unsichtbaren Raupen der Kohlweisslinge… die nächtlichen Besuche der Schnecken gehören in die gleiche Kategorie. Würde doch die Kröte, die in Kompostnähe gesichtet wurde, Schnecken fressen…

Der Gewöhnliche

Er ist früh aufgefallen, sehr früh. Sein monotones Rezitieren erklang täglich, bei jeder Witterung und zu jeder Tageszeit. Er setzte sich auf jeden Baum des Hügels, um sich akustisch bemerkbar zu machen. Sein „Gesang“ frass sich schier in meinen Gehörgängen fest – verfolgte mich, von Ost nach West und wieder zurück. So präsent war (und ist) er, dass er auch hier erwähnt werden mag.
Der Buchfink ist DER Universalvogel. Die ersten Lieder im Humangesangsunterricht hätten es schon erahnen lassen müssen. Da war nämlich von Amsel, Drossel, Fink und Star die Rede. Ornithologisch gesehen eine etwas verwirrende Aufzählung, weil ja die Erstgenannte eine Drossel (Schwarzdrossel) ist und die Drosseln eine Art aus der Ordnung der Singvögel. Schulgesangsbücher müssen also zumindest in diesem Bereich nicht sonderlich korrekt beschreiben. Beim im Lied genannten Fink wird ganz gewiss der Buchfink gemeint sein. Diesen kannte zumindest während meiner Heranwachsenszeit nämlich wirklich fast jedes Kind und  meine Erzieher kannten ihn  schon an seinem Buchfinkenlied auf Anhieb, welches von eben diesen  als „ziziziziwillspöizia“ in Kindersprache übersetzt wurde. Ich habs verinnerlicht – er klingt wirklich etwa so (ausser jener bei uns auf dem Hügel, der kann nur „ziziziziziwiiiii ——–dann verlabbert er sich in Unverständlichem. Trotzdem ist er sicher ein Buchfink. Ich gebe zu, seine Dauerpräsenz hat bei mir kein freudiges Herzklopfen ausgelöst. Wer so abseits wohnt, wünscht  sich doch mindestens den Besuch eines Distel-, Berg- oder Grünfinken, doch nicht jenen, der auch in der Stadt von allen Dächern pfeift. Derweil nun auf dem Hügel die angebotenen Vogelwohnungen bezogen wurden und nebst den Meisen und Rotschwänzen auch ein Trauerschnäpperpaar erfolgreich brütet, übt der Buchfink noch immer unverdrossen seine noch immer unvollständige Litanei – ich glaube er hat ob all den Singversuchen den Vogelfrühling verpasst – und ist vielleicht grad deswegen etwas Besonderes in der weltweit schier unendlich grossen Population der Buchfinken.

 

 

 

Zurück

Die Unschärfe ergibt sich aus dem leichten Schaudern, dass die schreibende Gärtnerin immer dann befällt, wenn bestimmte Lebewesen ihre Aufwartung machen. Sie sind nicht von Weiten zu sehen, plötzlich da, heute morgen knapp neben der Stiefelette. Hoppla. Der Minidrache ist aufgewacht. Diesmal entdeckte sie ihn beim Kellereingang (hat er bzw. sie eventuell im Keller geschlafen???) Weg mit dem Gedanken, trotz der zögerlichen Zuneigung freut sich das tierliebende Herz über jeden Falter, die Insekten, Hummel etc. und drum auch über den Feuersalamander. Es schien, als bewege er sich leicht torkelnd vorwärts, winterschlafsturm im Salamanderkopf, erschrocken vielleicht, dass Regen und tiefere Temperaturen sein in-die-helle-Welt-tasten begleiten. Wie auch immer, er ist inzwischen nicht mehr auffindbar und Frida, die Kapriziöse ist gewarnt. Bisher ist Jakob noch nicht aufgetaucht, mindestens liess er sich beim täglichen Inspiziergang rund um die Seerosen nicht blicken.
Grundsätzlich allen Tieren zugetan – so zugetan, dass sie sicher nicht als Fleischspeise auf dem Teller landen – sind der Schreiberin die Felltiere näher als die oben erwähnten. Und doch ist eine merkliche Verschiebung wahrnehmbar. Gewiss wäre es vor ein paar Jahren nicht möglich gewesen, das Phone aus dem Rucksack zu klauben und näher zu gehen.. das geht, Klopfherz inklusive. Es geht, genauso wie es gelingt, zu jäten und Würmer berühren oder irgendwelche Raupen abzulesen. Übungsfelder bleiben die gefleckte Tigerschnecke oder eine Blindschleiche. Reden wir nicht vom Schlimmsten… das ist klein, gräulich und trägt ein Fell mit rosa Schwänzchen. Puuh. Das dauert noch, bis von „mögen“ die Rede sein kann! Immerhin: das Haselmäuschen, das sich letztes Jahr beim Kompost aufhielt, verdient mit seinen Knopfaugen das Prädikat „liebenswert“. Und: die Übungstiere sind alle ausser Haus…

Nachgereicht

Die Fotos erinnern an Bilder von Bankräubern, welche von einer Videokamera gefilmt wurden… die hier stammen aus der Hausüberwachungskamera 🙂
Halbwach, Morgengrauen, durchs Fenster geknipst, drei Meter entfernt und latent das Gefühl, nächstens kommen die Tiere die Steinstufen hoch und ziehen am Strang der Türglöckchen. Nach Jahren des Hierseins steigt noch immer Freude auf, wenn sich ein oder wie häufig mehrere solcher Paarhufer zeigen…

Neuntöter’s Mundvorrat

Die Natur beschert uns Eigenartiges – und nicht immer erschliessen sich uns die Abläufe und Hintergründe auf der Stelle. Oftmals begreift Mensch nur bei genauem und längerem Hinschauen und Beobachten. Diese Heuschrecke ist nicht in suizidaler Absicht in die Weissdornhecke geflogen und hat sich so fein säuberlich aufgespiesst.

300px-Neuntoeter   Männchen                         5160_1  Weibchen

Der Vogel ist an einem Sonntag im Juli aufgefallen. Einerseits ein neuer Ruf und andererseits seine Aktivität in einer der nahen Hecken. Unschwer konnte er rasch als Neuntöter identifiziert werden. Die Freude über den nicht gerade alltäglichen Besucher steigerte sich ein paar Tage später, als die Altvögel bei der Fütterung von noch nicht ganz selbständigen Nestflüchtern beobachtet werden konnten. Es hatte also (bis dato unbemerkt) eine erfolgreiche Brut stattgefunden.

Der Neuntöter (auch Rotrückenwürger) ist ein Sperlingsvogel aus der Familie der Würger und ist nur noch gelegentlich anzutreffen. Sein Habitat sind mit dichten  Hecken und reichlich Buschwerk durchsetzte Wiesen in eher trockenen Lagen. Die Brut findet gut geschützt in eben diesen Hecken statt. Der Vogel hat die Gewohnheit, seine Beute bis zur Grösse von Mäusen in Dornhecken aufzuspiessen. Früher wurde behauptet, er lege sich so zuerst einen Vorrat von neun Beutetieren an, bevor er zum Verzehr schreite, deshalb sein ungewöhnlicher Name. „Unsere“ Neuntöter  haben sich als Fressplatz stets den selben Heckenabschnitt ausgewählt, wo ich nach mehrmaliger Nachschau auch die „gepfählte“ Heuschrecke fotografieren konnte. Dem uneingeweihten, zufällig hinschauenden Spaziergänger könnte diese Situation doch einiges Kopfzerbrechen bereiten…….